CLARIN-D Blog

DHd2020: Blogpost von Nina C. Rastinger (ÖAW)

Über das Sichtbarmachen des Suchens und die Faszination des Findens: 

Ein Rückblick auf die DHd2020 anhand ausgewählter Konferenz-Momente

 

-- Ein Blogpost von Nina C. Rastinger (ÖAW) -- 

 

Fünf volle Tage DHd2020

Montag, 02.03.2020, 14 Uhr:

Die DHd-Jahrestagung startet mit einer Reihe an Workshops und für mich mit einer praktischen Einführung in das Annotations-, Analyse- und Visualisierungs-Tool CATMA 6, die von Mareike Schumacher und Jan Horstmann gegeben wird. Als Use-Case dienen Fälle von transponierter, erzählter und zitierter Rede in Kafkas Erzählung Erstes Leid – und diese zeigen, dass das Erstellen von Annotationstaxonomien und Setzen von Annotationen mit CATMA 6 zwar nun technisch einfach, ontologisch aber immer noch äußerst komplex ist.

Abbildung 1: Screenshot des Annotationsprozesses in CATMA 6

Dienstag, 03.03.2020, 12 Uhr:

Zwischen den Workshops trifft sich die AG Zeitungen & Zeitschriften zu ihrem ersten von zwei Treffen während der Tagung. Dabei hält Dario Kampkaspar fest, dass die Texterkennung historischer Zeitungen mit OCR oder HTR bereits relativ gut funktioniert, weshalb er die neuen Herausforderungen der Arbeitsgemeinschaft besonders im Bereich der Infrastruktur, der Bildqualität und der Layouterkennung sieht. Zudem stellt sich den Anwesenden die Frage, was denn nun eigentlich genau einen Zeitungsartikel ausmacht und wie dieser (automatisch) identifizierbar gemacht werden könnte.

Dienstag, 03.03.2020, 14 Uhr:

Auch im Rahmen des Tagungstagespunkts „Vom Phänomen zur Analyse – ein CRETA-Workshop zur reflektierten Operationalisierung in den DH“ geht es um für Forschende grundlegende Fragen – etwa: Wie können abstrakte und vage Konzepte, die mehr qualitativ als quantitativ gedacht werden, gemessen werden? Eine beispielhafte Antwort, die das CRETA-Team bereithält: Anstelle geisteswissenschaftliche Konzepte in ihrer Gesamtheit bemessen zu wollen, kann es von Vorteil sein, sie im Sinne einer approximativen Operationalisierung in einzelne messbare

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CLARIN-D Newsflash April 2020

CLARIN-D Newsflash April 2020

Konferenzen

Bei der DHd 2020 in Paderborn gab es einen Informationsstand von CLARIAH-DE, bei dem das Projekt vorgestellt und präsentiert wurde.

Als eine der letzten größeren wissenschaftlichen Tagungen vor der Corona-Krise fand die Jahrestagung des IDS vom 10. bis 12. März in Mannheim statt.

Starken Bezug zu Sprachressourcen hatten insbesondere die Vorträge am zweiten Tag: Erhard Hinrichs (IDS und Universität Tübingen), sprach über „Multilinguale Sprachressourcen für die linguistische Forschung“, hob die Notwendigkeit und die Vorteile einer verteilten und vernetzten Struktur von Datenzentren hervor und thematisierte die Wichtigkeit von Zertifizierung und Qualitätssicherung, die Einbindung in die Roadmap des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) und die Integration von CLARIN und DARIAH im Projekt CLARIAH-DE, auch in Hinblick auf die Nationale Forschungsdateninfrastruktur. Josef van Genabith (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) sprach über „Sprachdaten und automatische Übersetzung in Europa“. Bei Beata Trawiński und Marc Kupietz (IDS) ging es „Von monolingualen Korpora über Parallel- und Vergleichskorpora zum Europäischen Referenzkorpus EuReCo“, während Anke Lüdeling (Humboldt-Universität Berlin) „Lernerkorpora“ beleuchtete, d.h. die Nutzung von Korpora bei der Untersuchung von Zweit- oder Fremdspracherwerb.

Im März 2020 hat Thorsten Trippel bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) in Hamburg die Initiative Text+ vorgestellt und über die neuesten Entwicklungen die NFDI betreffend und über den strukturellen Aufbau der Initiative berichtet. Dieser Vortrag erhielt positives Feedback von der DGfS, die sich auch weiterhin in Text+ engagieren möchte.

Elke Teich hat auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft eine Keynote zum Thema "Language Variation and Change: A communicative perspective" gehalten.

Ankündigung Webinar

Am Donnerstag, 16. April um 11 Uhr gibt Andreas Blätte, organisiert von der Social Sciences and Humanities Open Cloud (SSHOC), das Webinar "Quanlify with ease: Combining quantitative

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Alexander von Humboldts berühmte „Kosmos-Vorlesung“ an der Berliner Sing-Akademie (1827/28): von der digitalen zur Druckausgabe

Ein Blogbeitrag von Christian Thomas (CLARIN-D, BBAW)

Buch: Alexander von Humboldt, Henriette Kohlrausch: Die Kosmos-Vorlesung an der Berliner Sing-Akademie. Hrsg. von Christian Kassung und Christian Thomas. Berlin: Insel Verlag, 2019. (insel taschenbuch 4719, ISBN 978-3-458-36419-1) Verlagsseite: https://www.suhrkamp.de/buecher/die_kosmos-vortraege-alexander_von_humboldt_36419.html.

 

Abb. 1: Cover insel taschenbuch 4719, © Insel Verlag Berlin.

Hintergrund: Alexander von Humboldts legendäre „Kosmos-Vorlesungen“

Alexander von Humboldts legendäre „Kosmos-Vorlesungen“, die im Jahre 1827/28 an der Berliner Sing-Akademie (damals die größte Vorlesungshalle der Stadt, heutzutage der Sitz des Maxim Gorki Theaters) gehalten wurden, stellen einen entscheidenden Moment in der Geschichte der Popularisierung der Wissenschaft dar. Im Winter 1827/28 nahmen rund tausend Berliner*innen und internationale Gäste an den 16 aufeinanderfolgenden Vorlesungen teil. In einem umfassenden „Naturgemälde“ bot Humboldt ihnen einen weitreichenden Überblick über die wissenschaftlichen Kenntnisse seiner Zeit, von astronomischen, geographischen, geologischen und biologischen Themen hin zu kulturellen und sozialen Gebieten. Das Publikum bestand aus einem weiten Spektrum der Gelehrtengesellschaft und interessierten Laien, darunter auch – von Humboldt ausdrücklich dazu eingeladen – Frauen, denen bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts preußische Universitäten verschlossen blieben. Da Humboldt selbst die Vorlesungsreihe nie veröffentlichte, gewinnen die ausführlichen Notizen, die viele seiner Zuhörer*innen schrieben und die in verschiedenen Archiven und Privatbesitzen in Deutschland, Polen, der Türkei und Norwegen vorliegen, noch mehr an Bedeutung, da sie authentische Zeugnisse darstellen, die diesen wichtigen Moment in der Wissenschaftsgeschichte dokumentieren.

Der vor kurzem veröffentlichte Band Die Kosmos-Vorlesung an der Berliner Sing-Akademie, herausgegeben von Christian Kassung und Christian Thomas, präsentiert den verlässlichen und vollständigen Text der Vorlesungsreihe zum ersten Mal in der Druckausgabe. Der editierte Primärtext wurde auf Grundlage des einzigartigen Manuskripts, das in der Staatsbibliothek zu Berlin vorliegt, korrigiert. Ein detailliertes Vorwort der Herausgeber bietet Erklärungen

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CLARIN-D Newsflash Januar 2020

Buchveröffentlichung des Deutschen Textarchivs

2019, zum Jubiläum, seines 250. Geburtstages, ist im Suhrkamp/Insel Verlag eine Nachschrift der ›Kosmos-Vorträge‹ Alexander von Humboldts in einer gedruckten Ausgabe, herausgegeben von Christian Kassung (Humboldt-Universität zu Berlin) und Christian Thomas (BBAW), erschienen. Mit diesem Manuskript der Henriette Kohlrausch, deren bislang unbekannte Verfasserschaft in diesem Band belegt und erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde, liegt somit die einzige bekannte Nachschrift der populären Vorträge in der Berliner Sing-Akademie in einer zuverlässigen, anhand der Handschrift geprüften Textfassung vor. Diese basiert auf der gemäß TEI-XML im DTA-Basisformat für Manuskripte (DTABf-M) annotierten Textgrundlage, die 2014/15 im »Hidden Kosmos«-Projekt erstellt und im Deutschen Textarchiv publiziert wurde.

Neue Ressourcen

Das Saarbrücker Kochbuch-Corpus (SaCoCo) kann jetzt unter einer freien Lizenz heruntergeladen werden.

Neue Services

Die BAS WebServices veröffentlichen eine erste Alpha-Version des neuen Services 'Speaker Diarization'. Speaker Diarization, d.h. die Klassifikation und Segmentierung von Sprachaufnahmen nach Sprecher-Identitäten, ist nach wie vor eines der schwierigsten Probleme der KI. Mit dem neuen Services des BAS können Anwender z.B. ihre Interview-Video-Aufzeichnungen automatisch in Interviewer und Interviewee trennen.

Im Transkriptionseditor Octra sind nun Spracherkennung und Segmentation direkt verfügbar. Sie öffnen eine .wav-Audiodatei in Octra, drücken die Taste M, warten ein wenig und dann erscheint eine Wortsegmentation des Wortlauts – korrigieren Sie diese manuell und exportieren Sie sie in eine Vielzahl von Formaten. Einfach magisch!

Neue Werkzeuge für das Deutsche Textarchiv über CLARINs Language Resource Switchboard (LRS) zugänglich. Im Rahmen des für 25 Monate angelegten Verbundprojekts CLARIAH-DE mit dem vornehmlichen Ziel, die beiden mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aufgebauten geisteswissenschaftlichen Forschungsinfrastrukturen CLARIN-D und DARIAH-DE zu einer gemeinsamen digitalen Forschungsinfrastruktur zusammenzuführen, wurden an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) neue

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BAS WebServices gewinnen Google Wissenschaftspreis in Höhe von $5000

Das CLARIN-D Zentrum Bayerisches Archiv für Sprachsignale (BAS) in München hat sich für ein Google Research Credit Grant beworben und sie wurden ausgezeichnet. Nutzende haben ab sofort mehr Rechenleistung für automatische Transkriptionen von audio-visuellen Sprachdaten zur Verfügung. Wir gratulieren Florian Schiel und seinen KollegInnen am BAS recht herzlich zur Verleihung des Google Wissenschaftspreises in Höhe von 5000 Dollar. Die Förderung hat am 1. Januar 2020 begonnen.

Was sind Google Research Credit Grants?

Das US-amerikanische Technologieunternehmen Google hat eine große Division namens “Google Cloud Processing” (GCP), das zahlreiche KI-Anwendungen als (kostenpflichtige) Webservices anbietet. In dieser Abteilung gibt es ein Programm “GCP Education”. In diesem Programm können sich vor allem Studierende um sogenannte “credits” bewerben, die für GCP Anwendungen eingesetzt werden können. Aber auch WissenschaftlerInnen dürfen sich mit einem Projektantrag um kleine grants bewerben, sogenannte “research credits”. Es gibt keine Bewerbungsfrist, sondern Einsendungen können in einem laufenden Verfahren eingereicht werden. Weitere Informationen zum Bewerbungsprozess finden Sie in den Programm-FAQs. 

Anwendungsszenarien von Google Services am BAS

Die BAS WebServices verwenden unter anderem auch Google Cloud Automatic Speech Recognition für die vollautomatische Annotation von audio-visuellen Daten (siehe Services "ASR" und "Pipeline"). Um ihren Anwendern mehr Rechenleistung in diesem Bereich zu bieten, hat sich Florian Schiel bei Google um einen "research credit grant" beworben. Thematisch hat er sich für die Entwicklung der BAS WebServices und die Integration von Google Cloud Anwendungen entschieden.

BAS-Nutzende profitieren von der Verleihung

Seit der Vergabe am 1. Januar 2020 können Nutzende der BAS WebServices jeden Monat ca. 1,7 Mio Sekunden automatische Transkription kostenfrei für ihre Projekte einsetzen. In den ersten zwei Wochen des Januars haben Nutzende davon bereits 236580 Sekunden verbraucht. Die Resonanz ist also erfreulich hoch. Die

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Erfolgreiche Abschlussveranstaltung der CLARIN-D Facharbeitsgruppen: Ein Abschied mit Wiedersehen!

Am 14. November 2019 fand die Abschlussveranstaltung der CLARIN-D Facharbeitsgruppen (F-AGs) in der Neuen Aula der Eberhard-Karls-Universität Tübingen statt. Mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich in den repräsentativen Räumen der Universität zusammen, um noch einmal ein Resümee aus der jahrelangen Arbeit der F-AGs in CLARIN-D zu ziehen: Seit Projektbeginn arbeitet CLARIN-D eng mit Forschenden aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen zusammen, weswegen es von Anfang an wichtig war, den Input durch Facharbeitsgruppen einzubeziehen. Diese dienten als Impulsgeber in ihren Communities und erstellten beispielsweise Kurationsprojekte. Bei der Abschlussveranstaltung der F-AGs war neben den Leitungen der F-AGs, den Mitarbeitenden und Ehemaligen, auch die Vertreterin des Projektträgers, Dr. Maria Böhme (DLR) anwesend, sowie die Leitungen der CLARIN-D Zentren. Während der Veranstaltung wurde einerseits ein Rückblick auf die geleistete Arbeit und andererseits ein Ausblick auf künftige Zusammenarbeit in anderen Kontexten gegeben: Die Arbeit der F-AGs ist so zentral wie auch “community driven” und die Bedarfe der Nutzenden wachsen stetig, sodass die F-AGs mit hoher Wahrscheinlichkeit an anderer Stelle und mit einem neuen Label fortgeführt werden.

Nach einer Begrüßung durch Thorsten Trippel (F-AG 6, Tübingen) folgte ein vierteiliger Abschnitt aus Retrospektive und Prospektive, der von Vertreterinnen und Vertretern der F-AGs gestaltet wurde: Zunächst eruierte Cathleen Kantner als Leiterin der F-AG 7 (Sozialwissenschaften) die Kennzeichen von Infrastrukturen im Allgemeinen, um dann im Fortgang über die  Etablierung von Forschungsinfrastrukturen in den Digital Humanities im Kontext von hochinnovativen Forschungsprojekten zu sprechen. Sie hob hervor, dass durch diese  Entwicklungen die aktuellen Forschungsdebatten der Fächer einbezogen seien. Die F-AGs hätten zudem Kommunikationsstrukturen und “Feedbackloops” mit den Nutzenden (gemeint sind auch die “User Communities”, von denen häufiger die Rede ist) aufgebaut. Cathleen Kantner stellte beispielhaft die Projekte PolMine

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CLARIN-D Newsflash Oktober 2019

Neue Ressourcen

Veröffentlichung des Korpus Digitale Sammlung Deutscher Kolonialismus im DTA/CLARIN-D-Repositorium (BBAW, Berlin). Im Rahmen eines zweijährigen, von der DFG geförderten Kooperationsprojekts der Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) Bremen, der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt/Main und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) wurde eine umfassende digitale Sammlung zum Deutschen Kolonialismus erarbeitet. Das mehr als 1000 Titel mit ca. 240000 Seiten umfassende Korpus „Digitale Sammlung Deutscher Kolonialismus“ (DSDK) besteht aus Publikationen, die in der Zeit des deutschen Kaiserreichs und von den genannten Bibliotheken unter dem Aspekt Kolonialismus gesammelt wurden.

Mit der Veröffentlichung des Korpus werden nun der Kolonialismusforschung, der Koloniallinguistik sowie weiteren historisch-textbasiert arbeitenden Disziplinen – und nicht zuletzt auch der breiteren Öffentlichkeit – eine in dieser Form einzigartige Sammlung an Publikationen in Bild und Text digital zur Verfügung gestellt. Die digitale Erfassung erfolgte automatisch mit Methoden der Optical Character Recognition (OCR). Die Texte wurden zunächst innerhalb der Qualitätssicherungsumgebung des Deutschen Textarchivs, DTAQ, publiziert, wo die Bände nach freier Anmeldung zugänglich und bereits vollumfänglich nutzbar sind (URL: http://www.deutschestextarchiv.de/dtaq/book?q=dsdk)

Neue Services

Das Bayerische Archiv für Sprachsignale hat eine neue Version seines Webservices API freigeben (2.31).

  • Der neue Service "AnnotConv" ist nun in Betrieb, er übersetzt signalbasierte Annotationsdateien in verschiedene Formate.
  • Neuer Service "AudioEnhance" zur Manipulation von Sprachsignalen: Kanalauswahl und -merging, Re-Sampling, Extraktion von Tonspuren aus Video-Eingaben, Amplituden-Normalisierung, Bandpass-Filterung, Rauschunterdrückung, Änderung der Sprechgeschwindigkeit ohne die Tonlage zu verändern, Änderung der Tonhöhe ohne die Sprechgeschwindigkeit zu ändern.

Vom Deutschen Textarchiv ins Language Resource Switchboard

Das Deutsche Textarchiv (DTA) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) unterstützt seit neuestem die Übermittlung aller im DTA enthaltenen Werke an das innerhalb von CLARIN-PLUS entwickelte Language Resource Switchboard (LRS). Das LRS evaluiert die einzelnen Textdateien und bietet im

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Eine zehnjährige Erfolgsgeschichte

Text verfasst von Charlotte Hartungen, ins Deutsche übersetzt von Nathalie Walker.

Was im Jahr 2009 als 5-tägige Konferenz mit vier Workshops begann, hat dieses Jahr seinen 10. Geburtstag gefeiert. Wir sprechen von der European Summer University in Digital Humanities “Culture and Technology“ (ESU) an der Universität Leipzig.

Die ESU kann gut mithilfe von ein paar Zahlen und Daten zusammengefasst werden. Während der elf Tage, an denen die ESU stattfand (23.07.-02.08.2019), kamen 92 Student*innen, (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen, Angehörige verschiedener Universitäten und andere am breiten Feld der Digital Humanities Interessierte nach Leipzig, um an einem der elf Workshops, die dieses Jahr angeboten wurden, teilzunehmen. Von den elf Workshops wurden vier von CLARIN ERIC unterstützt und von Expert*innen aus dem CLARIN-D Umfeld durchgeführt.

Dies waren die folgenden: Andreas Witt bot einen Workshop zum Thema “Compilation, Annotation and Analysis of Written Text Corpora. Introduction to Methods and Tools” an, Bernhard Fisseni zum Thema “Searching Linguistic Patterns in Text Corpora for Digital Humanities Research”, Christoph Draxler zum Thema “All About Data – Exploratory Data Modelling and Practical Database Access” und Janos Borst und Felix Helfer zum Thema “An Introduction to Neural Networks for Natural Language Processing – Applications and Implementation”.

Die Teilnehmer*innen aus mehr als 30 Ländern, die sich für sechs verschiedene Stipendien bewerben konnten, mussten einen oder zwei Workshops auswählen, die insgesamt 18 Sitzungen oder 36 Lehrstunden ausmachten. Neben ihrer Teilnahme an den Workshops gaben die Teilnehmer*innen selbst 14 Posterpräsentationen und 12 Projektpräsentationen. Dies war eine gute Gelegenheit für Student*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen, ihre Forschung vor einem wissenschaftlichen Publikum zu präsentieren und Feedback und Tipps von den anwesenden Expert*innen zu bekommen.

Die ESU ist immer ein Ort, an dem

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Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Fortschritt in der Standardisierung von Metadatenformaten für sprachbezogene Forschungsdaten

Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Fortschritt in der Standardisierung von             Metadatenformaten für sprachbezogene Forschungsdaten

Im Juli 2019 hat die Internationale Organisation für Normung (ISO) einen neuen Standard veröffentlicht, der dazu beiträgt, sprachbezogene Forschungsdaten bei der Archivierung aussagekräftig und nachhaltig zu beschreiben. Der Standard ISO 24622-2 „Component Metadata Specification Language“ normiert dabei, wie man ein Schema für die Beschreibung angibt, so dass die Beschreibungen bedarfsgerecht erstellt werden können.

Bei der Archivierung von Forschungsdaten werden Informationen über Daten gesammelt und so bereitgestellt, dass später auch andere Forschende diese Daten auffinden können und aus der Beschreibung zunächst Einschätzungen zur Relevanz der Daten ableiten können. Daneben können potentielle Nutzende eine Vorstellung davon erhalten, wie sie diese Daten in die eigene Forschung einbeziehen und mit ihnen eigene Forschungsfragen beantworten könnten. Diese Beschreibungen werden als Metadaten bezeichnet.

Die Erfahrung zeigt, dass es aufgrund der Unterschiede in den Arten der Forschungsdaten und der Forschungsfragen sehr schwer ist, ein allumfassendes, allgemeingültiges Muster – oder auch Schema – zu finden, nach dem die Beschreibungen zu erstellen sind. So sind psychologische Experimente anders zu beschreiben (Anzahl der Probanden, Forschungsfrage, freie und gebundene Variablen, Erfassungsystem etc.) als Textsammlungen für grammatikalische Untersuchungen oder zur Erstellung von Word-Embeddings (Anzahl der „Wörter“, Sprache, Länge der Texte, Quelle der Texte, Alter der Texte, Autoren ...). Trotz ihrer langen Tradition haben Bibliotheken für Bücher unterschiedliche Metadatenformate, z. B. Dublin Core, MARC 21, PREMIS, MODS. Viele Metadaten-Schemata haben einige Felder – auch Datenkategorien genannt –, die sich ähneln, aber auch einige Bereiche, in denen sie sich unterscheiden. Um es zu ermöglichen, Forschungsdaten sowohl angemessen zu beschreiben als auch die ähnlichen Strukturen der Metadaten auszunutzen, wurde ein Verfahren entwickelt, das als Komponenten-Metadaten-Infrastruktur („Component Metdadata Infrastructur“, auch CMDI) bezeichnet wird: Für jeden Typ von Forschungsdaten wird ein angemessenes Beschreibungsschema

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CLARIN-D Newsflash Juli 2019

Neue Ressourcen

GermaNet Logo

GermaNet Version 14.0 ist nun veröffentlicht. Neu bei dieser Version sind

  • Neue Synsets und ca. 10 000 neue lexikalische Einheiten für alle Wortklassen
  • Neue Relationen zwischen Synsets

Seit November 2017 wird der Briefwechsel Daniel Sanders' im Deutschen Textarchiv veröffentlicht. Derzeit stehen 182 Briefe im Volltext bereit. Insgesamt konnten 432 Briefe aus 41 Archiven nachgewiesen und verzeichnet werden. Mehr dazu im Blogpost zum Briefwechsel Daniel Sanders'.

Die Digitalisierung des zweiten Teils des Mannheimer Korpus Historischer Zeitungen und Zeitschriften (MKHZ2) wurde abgeschlossen. Dieses Digitalisierungsprojekt wurde in Kooperation der CLARIN-Zentren in Mannheim und Berlin durchgeführt. Die Ressourcen sind nun im Deutschen Textarchiv verfügbar. Weitere Informationen im Blogpost "Presseschau um die Jahrhundertwende".

Neue Services

Am Bayerischen Archiv für Sprachsignale (BAS) in München wurden zwei neue Webservices für die Öffentlichkeit freigeschaltet (WebServices 2.30): 'AnnotConv' ist ein Service, welcher Annotationsdateien mit alignierter Zeitinformation in andere Formate konvertiert. Der zweite Service 'AudioEnhance' erlaubt die Anwendung von verschiedenen Signalverarbeitungen auf Sprachsignale des Benutzer, z.B. Filterung, Kanalselektierung und -zusammenfassung, Rauschreduktion, Tonhöhen- und Längenmanipulation. URL: http://hdl.handle.net/11858/00-1779-0000-0028-421B-4

Neue Projekte

Das neu geförderte DFG-Projekt „Die Evolution von komplexen Textmustern“ startete im Juni/Juli 2019 an den Standorten Berlin und Paderborn. Das Projekt wird in Kooperation der Universität Paderborn/Lehrstuhl für Germanistische und Allgemeine Sprachwissenschaft und des CLARIN-Zentrums der BBAW durchgeführt. Mehr dazu im Blogpost zu dem neuen Projekt.

Im Rahmen eines kürzlich bewilligten Lehrlabors mit dem Titel "Querstreben sprachförderlichen Fachunterrichts: Texte - Potenziale - Formen", wird unter der Leitung von Kristin Bührig erneut WebAnno für die Fragestellungen des Projekts eingesetzt und weiterentwickelt. Das Projekt ist Teil der vom BMBF geförderten Initiative Lehrerprofessionalisierung und startet zum Wintersemester 2019/2020.

Bei den gemeinsamen Veranstaltungen im Rahmen einer vom DAAD geförderten Insitutspartnerschaft zwischen

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